BiAn
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2017

das Schild hat schon ein paar Jahre am Buckel aber es weist immer noch einen schönen Weg zum Rangger Köpfl und zur Rosskogel Hütte

03.09.2017 - Rangger Köpfl

 

Der große Regen ist vorbei aber die Berge sind bereits angezuckert - jedes Jahr um diese Zeit herrscht ein ähnliches Bild. Wir wollen daher heute nicht "hoch hinaus" sondern zielen Richtung Rosskogel Hütte, auf dem für uns unbekannten Anstieg direkt von Ranggen über den steilen ÖAV Steig hinauf. Wir parken am Beginn der Forststraße, hier beginnt auch der Besinnungsweg nach Inzing. Bei der ersten Kehre wechseln wir auf den ÖAV Steig und dieser führt zielgerichtet nach oben. Trotzdem ein wunderbarer und offensichtlich auch sehr alter Aufstiegsweg zum Ranggerköpfl. Darauf scheinen ein paar ziemlich alte Wegweiser jedenfalls hinzudeuten. Durch einen wunderschönen Wald erreichen wir die Rangger Alm und kurz darauf sind wir auch schon wenige Meter unterhalb der Rosskogel Hütte. Weil sich das Wetter hält und auch kein Schnee liegt 
"erklimmen" wir noch das Ranggerköpfl ehe beim Retourweg dann in der Hütte eingekehrt wird. Dass ein neuer Besen besser kehrt als ein alter, beweist das neue Hüttenteam der Rosskogel Hütte. Alles wirkt erfreulich frisch und sauber, freundlich und gut gelauntes Personal empfängt die Gäste und die verspeiste Kaspressknödelsuppe ist sehr gut. Ausserdem hat die Hütte täglich bis 22Uhr geöffnet was eine Abendwanderung hier herauf verlockend macht! Retour geht es dann wieder am Aufstiegsweg, wobei wir ab und zu nicht dem steilen Steig entlang wandern sondern teilweise der immer wieder querenden und wesentlich flacheren Forststraße folgen. Auch wenn das Wetter nicht perfekt war, wurde es doch eine schöne Wanderung auf einem von uns bislang noch unentdeckten aber schönen Alternativanstieg zum Rangger Köpfl.

am Hohen Furgler - das Bild täuscht, denn das Gipfelkreuz ist riesig - Bini natürlich auch!!!

26.08.2017 - Hoher Furgler

 

Die Gegend um Fiss-Ladis-Serfaus ist normalerweise nicht unser bevorzugtes Wandergebiet. Nicht wegen der Landschaft oder den Bergen - nein, die sind toll - es sind die vielen Lifte und Erschließungen welche uns bisher davon abgehalten haben. Diesmal 
wollen wir ein freudiges Ereignis im Hotel Gebhard in Fiss bei ausgezeichnetem Essen feiern und so reisen wir bereits am Freitagnachmittag an. Etwas mulmig ist uns schon, denn wir wissen wirklich nicht ob wir uns morgen bei der Wanderung zum Furgler zwischen all den Liften und Menschenmassen wohlfühlen werden. Am Abend gibt es dann den erhofften großartigen kulinarischen Genuss und nachdem es wie erwähnt etwas zu feiern gibt auch den passenden Wein dazu. Und so starten wir am Samstag in der Früh noch etwas lädiert zu unserem Abenteuer - der "Wanderung" auf den Furgler. Das Wort Wanderung wurde absichtlich zwischen Hochkommas gesetzt, den unsere "Wanderung" beginnt mit einer ca. 45min. langen Gondelfahrt - :-). Es geht von Fiss hinauf zur Möseralm, hier eine kurze Querung zum Sonnenlift und mit dem hinunter nach Serfaus. Von dort weiter mit der Komperdellbahn hinauf zum Kölner Haus und hinein in die letzte Seilbahn; die Lazidbahn bringt uns hinauf auf fast 2.400m. Ab jetzt müssen wir zu Fuß weiter und eines ist auch schon erkennbar, allein werden wir heute nicht sein. Nach einem kurzen und steilen Aufstieg, erreichen wir den wunderschönen Tieftalsee und nach einer kurzen Rast geht es die restlichen Höhenmeter weiter zum Gipfel des Hohen Furgler der mit 3004m und seinem riesigen Gipfelkreuz die 3000er Marke knapp überwindet. Am Gipfel ist zwar viel los, aber überraschender Weise sind es viele Einheimische, die den Weg hier herauf genommen haben. Der Ausblick ist in alle Richtungen grandios, doch ein Hoher sticht besonders hervor, der Hohe Riffler! Nach einer Weile geht es dem Nord-Ost Grat folgend (eine wunderschöne Gratwanderung - teils ausgesetzt) hinunter zum Furglerjoch und von dort weiter Richtung Furglersee. Den Steig verlassen wir kurz oberhalb des Sees und wandern wieder hinauf zu den Glockhäuser Seen, die man sich keinesfalls entgehen lassen sollte. Verbergen sich auf dieser Hochebene doch unzählige Naturjuwele und mit dem Blankasee sogar ein recht großer! Wir folgen dann der beschilderten Abzweigung zum Kölner Haus und erreichen nach ca. 1 Std. wieder die Komperdellbahn. Hier beginnt der "Retour-Seilbahn-Marathon" nach Fiss - :-). Kaum in der Gondel beginnt es zu regnen und zu hageln, zu blitzen und zu donnern - und jetzt passiert eigenartiges: Wir sind dankbar das wir bequem und gut geschützt in unserer Gondel sitzen dürfen und nicht unten am Weg Schutz vor den Urgewalten suchen müssen. Hatten wir auch große Bedenken im Vorhinein bezüglich einer Wanderung in dieser Gegend, so hat die Natur doch alle Zweifel mit Ihrer Schönheit wieder beiseitegeschoben. Der Hohe Furgler und die gesamte Gegend im Bereich der Samnaungruppe sind einen Besuch wert - wir waren sicher nicht das erste und letzte Mal hier! Und da wir schon im Grenzgebiet zur Schweiz sind statten wir am nächsten Tag der Burg Alt-Finstermünz und der Festung Nauders noch einen Besuch ab, beide Bauwerke sind tief mit der Geschichte Tirol verwurzelt und man sollte unbedingt die Gelegenheit wahrnehmen in unsere Vergangenheit zu blicken!

Wächter über das hintere Passeier Tal - die/der Hochwart

20.08.2017 - Hochwart

 

Gleich vorweg - Jemand hat uns heute eindeutig "die Show" gestohlen und zwar mein Bruder Stefan. Wieso? - ganz einfach deshalb, weil er seit langer Zeit keine wirkliche Bergtour mehr unternommen hat und heute mal so nebenbei ganze 1000HM hinter sich 
bringt - Bini und ich sind immer noch am Staunen was da heute genau passiert ist !?! Nun,  aber der Reihe nach! Zeitig in der Früh geht es über den Brenner und dem Jaufenpass nach St. Leonhard im Passeier und von dort weiter Richtung Timmelsjoch bis nach Stuls. Wir parken am neuen Parkplatz oberhalb vom Gasthof Morx-Puite und wandern gemütlich der Forststraße entlang hinauf zur Egger-Grub-Alm. Hier wird dann gefrühstückt - und wie!!! - von gekochten "Erdäpfln" über ganzen Knoblauchzehen, Speck und Käse wird uns alles am Teller präsentiert und wir können der Verlockung nicht widerstehen - :-). Stefan hat mit den ca. 300Hm sein Ziel schon fast erreicht, wir haben uns aber die Hohe Kreuzspitze oder die/den Hochwart (je nach Witterung) vorgenommen und so verlassen wir Stefan (gut aufgehoben bei der Egger-Grub-Alm Wirtin und Ihrem Team) Richtung Gipfel. Etwas steiler als zu Beginn der Tour geht es hinauf zur Hochalm und von dort angenehm flach weiter, den Südhang der/des Hochwart querend Richtung Osten. Bei der Abzweigung zur Hohen Kreuzspitze fällt uns dann die Wahl zum Gipfelziel leicht, während die Hohe Kreuzspitze in Wolken verhüllt ist strahlt das Kreuz der/des Hochwart in der Sonne. Abwechselnd steil und wieder flach geht es Richtung Gipfel und so erreichen wir nach einer kurzen "Kletterpartie" den tollen Aussichtsberg. Das hintere Passeiertal liegt uns zu Füßen, das Timmelsjoch ist im Westen auf Augenhöhe und im Norden verschleiern die Wolken gekonnt die höchsten Stubaier, aber die Sonklar Spitze und die Schneeberger Weiße lassen sich immer wieder blicken. Auch das alte Bergwerk "Schneeberg" liegt teilweise im Blickfeld  - wer noch nie dort war, sollte unbedingt nicht verabsäumen in die "Knappenvergangenheit" einzutauchen!!. Während wir so die Ausblicke vom Gipfel genießen folgt ein unerwarteter Anruf - es ist Stefan. Er ist uns von der Alm gefolgt und möchte nun wissen ob wir zur Kreuzspitze oder auf die/den Hochwart gestiegen sind. Und als wären diese 1000HM einfach nichts wandert er dann zu uns herauf - was soll man dazu sagen? Jedenfalls sind wir alle sehr stolz auf diese Leistung und nach einer ausgiebigen Rast geht es dem Aufstiegsweg hinuntern - wohin??? - GENAU - zur Egger-Grub-Alm! Dort dürfen wir uns wie schon in der Früh perfekt bewirten lassen. Der Rückweg zum Auto ist kurzweilig, denn immer noch sind wir alle drei fassungslos über die Leistung meines Bruders - einfach weiter so -Bitte!!!

Bini hat diesmal zwei Lauser bei sich - auf dem Einen sitzt sie, der Zweite hockt daneben :-)

15.08.2017 - Lauser (über Niederreichscharte)

 

Der originelle Name dieses unscheinbaren "Gipfels" hat uns schon lange fasziniert und so dazu beigetragen, dass wir den heutigen Traumtag dazu nützen um vom Kühtai aus über das Längental und die Niederreichscharte den Lauser zu besuchen. Wir parken am Speichersee Längental und wandern das noch schattige aber trotzdem wunderschöne 
Längental Richtung Westen. Kurz vor dem letzten Steilaufschwung unterhalb der Niederreichscharte erreichen uns dann die ersten Sonnenstrahlen. Auf der Scharte machen wir eine kurze Pause, ehe es dem W.-Oltrogge-Weg Richtung Bielefelder Hütte weiter geht. Dieser Weg führt den sehr steilen Westhängen des Hochbrunnachkogel entlang Richtung Norden und ist mit Vorsicht zu bewandern - Ausrutschen ist strengstens verboten! Bald ist der Lauser erreicht und lädt zur Rast ein. Hier müssen wir uns dann auch entscheiden ob wir - wie ursprünglich geplant - die steilen und teilweise schottrigen Hänge weiterwandern um über die Mittergratscharte wieder ins Kühtai zu gelangen, oder der Verlockung erliegen, zur Reichalm abzusteigen. Von dort gelangt man über Farst nach Umhausen, wo einem der  Bus mit Umstieg in Ötz wieder retour ins Kühtai bringt. Schlussendlich siegt die tief unter uns liegende Reichalm mit ihren schönen grünen Bergwiesen. Es geht also vom Lauser dem Grat weiter Richtung Westen, vorerst noch steil und schottrig, bald aber wird es eine Genusswanderung mit herrlichen Tiefblicken auf beiden Seiten. Wir erreichen so die Hohe Warte und dessen großes Gipfelkreuz und kurz darauf die Niedere Warte. Hier muß das kleine Gipfelkreuz von Bini gestützt werden um ein ansprechendes "Gipfelfoto" zu erhalten. Steil geht es dann hinunter zu schönen aber leider unbewirtschafteten Reichalm und von dort weiter - durch einen Märchenwald - hinunter nach Farst. Das gleichnamige Gasthaus hat heute leider Ruhetag und so geht es weiter bergab hinunter nach Umhausen/Östen. Wir erreichen pünktlichst die Bushaltestelle und kommen mit dem Bus  bequem wieder zum Ausgangspunkt ins Kühtai retour. Die Belohnung für die Anstrengungen dieser wunderbaren Talüberschreitung vom Kühtai ins Ötztal holen wir uns bei der Schärmeralm in Haggen ab. Prädikat: sehr empfehlenswert! Die Bedienung ist außergewöhnlich freundlich, das Essen sehr gut und die Alm absolut nicht überlaufen.

 

man sollte sich von der Schieflage des Gipfelkreuzes nicht täuschen lassen - wer hier heroben steht hat alles richtig gemacht - einsam und verlassen wacht die Seebergspitze über Wans

13.08.2017 - Seebergspitze

 

Obwohl es derzeit in Südtirol von Touristen nur so wimmelt, wollen wir heute unser Glück versuchen und ein Ziel südlich des Brenners ansteuern, denn schließlich wurde hier besseres Wetter als in Nordtirol vorausgesagt. So geht es recht früh nach Sterzing und über den Jaufenpass nach Walten (Innerwalten). Hier wird beim Gasthof Innerwalten gefrühstückt, danach geht es weiter Richtung St. Leonhard bis kurz hinter dem 
Lärchenhof (ca. 500m). Hier zweigen wir links ab nach Wans (beschildert!). Wir fahren bis zum großen Parkplatz oberhalb des Wanser Hof und folgen den Schildern Richtung Seebergalm/Seebergspitze. Vom Parkplatz geht es daher kurz retour zum Wanser Hof und über die Brücke erreichen wir den 15er Steig welcher uns hinein ins Sailertal führt. Weiter oben queren wir ein Bachbett und erreichen bald die Seebergalm. Albert (der wirklich 
sympathische und urige Wirt) und sein Hund empfangen uns herzlich und wir dürfen hier ein zweites perfektes Frühstück zu uns nehmen und bekommen dabei so manchen Schwank aus dem Almleben von Albert gratis dazu serviert - :-). Allein die Seebergalm ist diesen Ausflug schon wert! Doch unser Ziel ist "höher gesteckt" und so geht es für uns weiter hinauf Richtung Seebergspitze. Nach wenigen Höhenmetern erreichen wir den traumhaften Seebergsee, jetzt noch in aller Stille. Wir wollen am Retourweg hier rasten und so steigen wir gleich weiter auf Richtung Seebergspitze. Ein fehlendes Schild beschert uns eine nette Wanderung ins Sailertal fast bis zur Alm - kurz vorher erkennen wir den Irrtum und wandern wieder retour bis zum See. Jetzt fällt uns auch der fehlende Wegweiser am Schilderbaum auf - dort wäre wohl der Hinweis zur Seebergspitze gestanden! Egal, wir haben den Weg ja dann doch gefunden und dieser Weg erhebt keinen Anspruch auf "Gemütlichkeit", er führt einfach nur steil die restlichen 500Hm hinauf zum Gipfel. Nur gut dass wir - trotz des Umwegs - immer noch früh dran sind und so die Sonne den Hang nicht komplett aufheizen kann. Am Gipfel dann die Belohnung mit einer 
traumhaften Aussicht über den Jaufenkamm zu den Stubaieren, nach Süden zu den Dolomiten und auch der Tiefblick ins Wanser Tal ist beeindruckend. Retour geht es dann 
wieder den steilen Abschnitt hinunter zum See. Hier werden die Füße im klaren Wasser gekühlt, ehe es dem schönen Jägersteig entlang zur Wanser Alm geht. Hier werden wir freundlichst und bestens bewirtet und gut gestärkt geht es über den Forstweg retour nach Wans. Und die erwarteten vielen Touristen? - Keine Ahnung wo die waren, im Wanser/Sailer Tal jedenfalls nicht - wir haben nur Einheimische Wanderer getroffen und alle waren offensichtlich froh über den noch verbliebenen "Rückzugsort".

 

am Gipfel des Äußeren Hahlkogel -im Westen die beeindruckende glatte Nordwand des Hinteren Hahlkogel

29.07.2017 - Hahlkogel

 

Wahrscheinlich kennt jeder von Euch die beeindruckenden, steilen und oft spitzen Türme welche sich bei einer Fahrt durch das Ötztal von Umhausen bis nach Sölden im Westen empor strecken. Unbezwingbar wirken sie von Norden aus gesehen, umso überraschender 
ist es daher, dass viele dieser rauhen Gesellen an deren Südseite grüne sanfte Hänge aufweisen und so einen relativ einfach Zustieg auf einen Gipfel mit unbeschreiblichem Aus- und vor allem Tiefblick ermöglichen. Auf so einen Gipfel führt uns die heutige Wanderung - auf den Hahlkogel, genauer - da es zwei Gipfel gibt - auf den Äußeren Hahlkogel. Auf den Inneren Hahlkogel führt kein markierter Steig! Wir parken beim Funpark in Huben, überqueren den Bach und folgen den Schildern Richtung Hahlkogel.
Das Gelände hier ist, wie beinahe überall im Ötztal, sehr steil. Unser Steig führt jedoch in angenehmer Steigung hinauf zum Hahlkogelhaus. Beim Hahlkogelhaus angekommen sind wir dann wenig überrascht dass das Haus geschlossen ist,  hat uns doch kurz vorher eine freundliche Ötztalerin die verzwickte Situation um dieses privat geführte Haus in Traumlage erklärt hat. Wir hoffen dass sich in naher Zukunft eine Lösung finden wird, denn es wäre schade wenn dieses "Juwel" keine Zukunft hätte. Nach einer kurzen Rast geht es über flaches, sehr sumpfiges Gelände kurz hinein Richtung Pollestal, ehe wir nach Norden abzweigen wo sich der Steig  den steilen Gipfelhang hinaufwindet. Am Grat angekommen, bekommen wir einen ersten Vorgeschmack auf den gigantischen Tiefblick vom Gipfel, an der Nordseite fallen die Wände extrem steil hinab ins Polltal. Ab jetzt folgt der Steig dem Grat, mit etwas "Kraxelei" muss man rechnen, aber im festen Fels lässt sich das problemlos meistern. Mit diesen schönen, abwechslungsreichen letzten Metern erreichen wir den Gipfel. Ein erster Rundumblick zeigt, die Erwartungen waren nicht zu hoch gegriffen, denn der Tiefblick, ebenso wie Aus-und Weitblick sind phänomenal. Vor allem die glatten Wände des Hinteren Hahlkogels faszinieren. Nach einer Weile am Gipfel bei Windstille und angenehmen Temperaturen zieht es wieder hinunter, wir wollen noch den Wartkogel See besuchen. Am Fuß des Gipfelhangs zweigt der Steig Richtung See ab, diesen erreichen wir in 15min nach ca. 50Hm zusätzlichem Aufstieg. Der schöne See ist sehenswert, wir machen hier auch eine längere Pause und genießen die absolute Stille in dieser wildromantischen Gegend, während über uns ein Adler seine Kreise zieht - kitschiger geht es nicht mehr - oder? Beim Retourweg kehren wir dann in der Polltal Alm ein, werden dort bestens bewirtet und bekommen vom Hausherren aus dem Pitztal noch wertvolle Tipps für weitere Wanderungen und Überschreitungen 
in dieser schönen Gegend. Retour zum Auto geht es dem Aufstiegsweg entlang hinunter nach Huben. Es ist heute schon relativ spät geworden bis wir am Auto ankommen - aber jede erlebte Minute war es wert!

selbst wenn die Gipfel und das Wetter heute traumhaft waren - sie sind die wahren "Highlights" der heutigen Tour

17.07.2017 - Weißwand - Hoher Zahn - Gschnitz

 

Nach einem sehr erholsamen Schlaf und einem feinen Frühstück verlassen wir die Magdeburger Hütte in Richtung Weißwand. Andi's Knie hat die gestrige Probe ganz gut überstanden und so muten wir uns den Weg über die Berge ins Gschnitztal zu. Vorerst führt uns der Weg flach nach Osten bis zum abschüssigen Aufschwung der Weißwand. Ab jetzt warten ca. 500hm steiles Fels- Schottergelände auf uns. Noch im Schatten ist der Aufstieg allerdings angenehmer als gedacht und so erreichen wir schon bald das markante weiße Band der Weißwandspitze. Bevor wir diesem nach Osten folgen nehmen wir noch den schönen Anstieg zur Weißwandspitze selbst in Angriff - bei dem heutigen Prachtwetter einfach ein Muss. Oben am Gipfel dann Aus- und Tiefblicke kurzum: UNBESCHREIBBAR SCHÖN! Nach einer Weile zieht es uns weiter - es geht wieder hinunter bis zum "Weißen Band". Diese bekannte und tolle Querung der Weißwand mit viel Tiefblick ins Pflerschtal verlangt Schwindelfreiheit, Trittsicherheit und möglichst trockene Verhältnisse. Auch wenn dieser Weg viel begangen wird und vermeintlich einfach scheint sollte ihm trotzdem der nötige Respekt entgegengebracht werden. Ein Fehltritt gibt wenig Hoffnung auf ein schönes Abendessen!! Nach der beeindruckenden Querung über das "Band" folgt ein kurzer Abstieg um gleich danach über eine - Dank den Mühen der Erbauer - perfekten Steintreppe hinauf zum Hohen Zahn zu gelangen. Von hier wirkt die Weißwand sehr beeindruckend und ziemlich schroff, kaum vorstellbar wie einfach der Gipfel von der anderen Seite zu erreichen ist! Weiter geht es über wunderbares Gelände und auch voller Vorfreude zum Sandesjoch. Voller Vorfreude(?) werden sich jetzt einige fragen, denn das Sandesjoch an sich ist ja nichts Besonderes. Das stimmt, aber die Vorfreude gebührt den hier lebenden Steinböcken und wir haben Glück, denn sie sind wie auf Bestellung wieder da. Wir halten absichtlich Abstand zu diesen majestätischen, erhabenen Geschöpfen, denn die Ruhe welche sie ausstrahlen, wollen wir auf keinen Fall stören. Aber auch von der Ferne sind sie beeindruckend und wir tun uns schwer zu entscheiden weiter hier zu bleiben oder der Verlockung eines kühlen Getränkes auf der Tribulaun Hütte zu folgen. Schlussendlich und nach einigen Schnappschüssen gewinnt dann doch der Durst ;-) und wir verlassen das Rudel und gehen weiter zur Gschnitzer Tribulaun Hütte. Hier gibt es dann die erwartete Belohnung - die Kaspressknödelsuppe und die Mohntorte waren einfach super! Den Abstieg ins Gschnitztal gestalten wir gemütlich über den Forstweg - in Feuerstein endet dieser Kurzurlaub in einer der schönsten Gegenden der Welt - unserer Heimat Tirol! Das Knie hat auch nicht gemeckert - die Hoffnung auf eine Besuch des Becherhaus lebt!

Schneespitze mit Blick ins Pflerschtal

16.07.2017 - Schneespitze - Magdeburger Hütte

 

Eigentlich steht um diese Zeit das Becherhaus ganz groß auf unserer Liste! Aber Andi traut seinem Knie die Belastung für eine solch fordernde Wanderung nicht zu und so müssen wir schweren Herzens im Moment auf den Besuch des grandiosen Wolkenschlosses verzichten - aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben!! Als Alternative und Belastungstest 
wählen wir trotzdem die Gegend rund um die Hohen Stubaier und daher fällt unser Ziel auf die Schneespitze und als Stützpunkt dient die Magdeburger Hütte (Schneespitzhütte). Mit Herman und Elisabeth Vantsch, den Hüttenwirten der Magdeburger Hütte und ehemaligen Hüttenwirten vom Becherhaus, haben wir so auch eine kleine Verbindung zum Becherhaus geschaffen! Bereits um 07:00 Uhr starten wir vom Parkplatz Hölle im Pflerschtal hinauf Richtung Magdeburger Hütte, und nach einem feinen Frühstück auf der Furtalm (auch unter Ochsenalm bekannt) wandern wir in angenehmer Steigung über wunderbare Wiesenhänge weiter hinauf zur Hütte. Der Aufstieg ist sehr kurzweilig denn die Umgebung ist dermaßen schön und beeindruckend, dass die ca. 900Hm wie im Flug vergehen. Auf der Hütte wird "eingecheckt" und Ballast abgeworfen, und nach einer kurzen Erfrischung geht es mit leichtem Gepäck weiter aufwärts Richtung Schneespitze. Über einen perfekt angelegten Weg wandern wir jetzt durch eine traumhafte und von Gletschern geformte Steinwelt - einfach herrlich. Bald ist der obere Stubensee erreicht und ab hier wird der Weg zusehends steiler, der Untergrund "bröseliger" und die erste Steilstufe zum Gipfelgrat ist in dieser Hinsicht auch noch etwas  Steinschlag "gefährdet" va dann, wenn viele Wandere den Hang begehen. Wir sind aber allein im Hang und kommen so ohne Probleme zum neu versicherten Ost-Grat der Schneespitze. Jetzt folgt eine abwechslungsreiche "Kletterpartie" wer nicht ganz sicher ist sollte hier besser ein Klettersteigset zu Hilfe nehmen! Nach zwei versicherten Abschnitten mit "Spaßfaktor" erreichen wir das Gipfelplateau. Unglaublich wie sich der Rücken der Schneespitze hier ausbreitet - von unten kaum vermutbar! Über diese breite Steinwüste erreichen wir den schönen Gipfel und genießen die herrlichen Aus- und Tiefblick, soweit die immer wieder vorbei ziehenden Wolkenfelder und Nebelschwaden dies zulassen. Etwas südlich unterhalb vom Kreuz sind wir auch vor dem eiskalten Wind geschützt und so dürfen wir an diesem herrlichen Platz eine feine und lange Pause machen. Retour geht es dann wieder dem Aufstiegsweg entlang zur Hütte und dort - endlich! - gibt es eine Suppe und ein Bier als Belohnung! Der Tag endet mit einem herrlichen Sonnenuntergang und genialen Ausblicken auf die Dolomiten und den Alpenhauptkamm. Nach einem feinem Essen folgt noch ein gemütliches "Zusammensitzen" mit den restlichen wenigen Übernachtungsgästen aus Nord- und Südtirol und nicht zu vergessen mit einem amüsanten Ladiner Pärchen aus dem Gadertal. Bald jedoch befällt uns eine wohlige Müdigkeit und so ziehen wir uns auf unser Zimmer zurück, wo wir uns für den nächsten Tag erholen dürfen!

Touristenmagnet und Funpark - jedenfalls nicht das, was wir in der Natur suchen - aber die Gegend und Kulisse ist grandios und kann nichts dafür was der Mensch aus ihr gemacht hat!

02.07.2017 - Großer Gabler

 

Es gab noch einen "Weißen Fleck" für uns im Bereich zwischen den Dolomiten und Brixen. Das war die Gegend um Afers und die Plose mit ihren unzähligen (unscheinbaren) Gipfeln und Graten, aber jeder für sich ein herrlicher Aussichtsberg, die Krönung stellt der Große Gabler dar. Nachdem in Nordtirol Regenwetter angesagt ist fällt die Entscheidung leicht - nichts wie über den Brenner und nach Brixen. Hier durch die Stadt bis zur Abzweigung Plose/Afers/Würzjoch. Jetzt geht es endlos weit hinauf nach Afers (besser wäre gewesen die Seilbahn zur Plose zu nehmen, das erkennen wir im nachhinein). Von Afers noch kurz weiter zum geschichtsträchtigen Palmschoss und von hier hinauf zum Kreuztal. Am Parkplatz (direkt an der Bergstation Plose) beginnt dann unsere Wanderung. Unsere 
"hohen" Erwartungen werden schon bald getrübt, denn das hier ist Ski- und Liftgebiet also wimmelt es hier von Touristen - einige davon dürften auch Wanderer gewesen sein - :-). Egal - wir folgen dem Steig hinauf zur Plosehütte, lassen den Gipfel des Telegraph links liegen und wandern hinunter zum Lüsener Joch. Den Steig und das Tal (Kaserbach) nach Lüsen merken wir uns - unberührt und ruhig lacht es herauf, während wir unseren "Grüß Gott/ Buongiorno Weg" weiterwandern! Bald ist die Pfannspitze erreicht, hier belagern Tschechen das Gipfelkreuz. Also weiter zum eigentlichen Ziel, dem Großen Gabler. Nach einem kurzen versicherten Aufstieg erreichen wir dessen Gipfel und wir staunen nicht schlecht - hier heroben ist relativ wenig los, der Große Gabler ist offenbar zu weit von den unzähligen Liftstationen entfernt und Restaurant oder Vergnügungspark können wir leider auch nicht entdecken! Die Wolken verhindern zwar den normalerweise prachtvollen Ausblick in alle Richtungen dennoch dürfen wir eine Ahnung bekommen wir grandios es hier heroben bei Schönwetter sein muss (wieder ein Grund mehr um über Kaserbach noch einmal hierher zu kommen). Der Peitler Kofel ist zum Greifen nah, die Aferen Geisler ringen mit der Geisler Gruppe rund um den Sas Rigais um die Gunst des Betrachters, und wir können beim besten Willen nicht beurteilen welche Felsformation nun die Schönste ist. Das Ensemble an sich ist wohl das Einzigartige an dieser Gegend. Retour geht es dann hinunter zur Rossalm wo wir aber (nachdem wir dieses Bauwerk - was keineswegs an eine Alm sondern viel mehr an einen Vergnügungspark erinnert - sehen) gerne vorbei wandern und so über den Forstweg wieder den Ausgangspunkt der Wanderung erreichen. Beim (für uns in dieser Funwelt überraschend) urtümlich gebliebenen Restaurant Geisler dürfen wir uns dann mit super gschmackigen Speckknödeln stärken, ehe es wieder retour nach Innsbruck geht. Fazit dieser Wanderung: Die Natur kann nichts für das was der Mensch damit macht, und deshalb ist diese Wanderung und diese Gegend trotz allem Trubel sehr empfehlenswert. Für uns ist ein weißer Fleck auf unserer Wanderkarte verschwunden, wir sind froh diese Gegend erkundet haben zu dürfen - wiederkommen werden wir auf diesem Weg aber nicht mehr - wenn dann durch die vielen (ruhigen) Seitentäler!